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Den Traum finden - Teil 1

2 Steinpyramiden im Wald, eine größere mittig, rechts eine kleinere
Foto: Barbara Braun

In jedem Menschen schlummert ein großer Traum, der darauf wartet, gelebt zu werden. Man muss den Schatz nur finden. Dann geht's schon, wenn man es wirklich will. Klingt gut. Was aber, wenn ich meinen Traum gar nicht kenne? Wie soll ich tun, was ich will, wenn ich gar nicht weiß, was ich wirklich will?

 

Vorab: ich glaube fest, dass jede von uns ihre Bestimmung hat. Und in der Tiefe unseres Herzens träumen wir davon, sie zu erfüllen. Bevor wir uns an die Verwirklichung unseres Traums machen, müssen wir ihn aber kennen. Das ist gar nicht so einfach, denn oft schauen wir vor allem, was uns Sicherheit gibt und was wir schon kennen.

Besonders wir Frauen schauen oft zuerst einmal, dass unsere Träume hübsch ins Umfeld passen. Mütter stellen ihre eigenen Wünsche ganz hinten an, Partnerinnen geben dem oder der anderen Vorrang, die Firma kommt zuerst... Selbst wenn der Weg von derlei Verpflichtungen frei ist, macht uns allzu oft unser Selbstwertgefühl einen Strich durch die Rechnung.

Schließlich packst du deine Wünsche soweit nach hinten, dass du gar nicht mehr weißt, dass da ein Traum in dir ruht, der gerne erblühen will. Und wenn da doch eine Ahnung aus deinem Innern anklopft, denkst du, ich kann doch nicht einfach so etwas tun, nur weil ich es will - doch, du kannst!

 

Auch bei mir klopfte es irgendwann unüberspürbar. So begann ich im Sommer 2016 meine intensive Suche nach meinem Lebenstraum. Mir wurde klar, es geht für mich zuerst einmal darum, was ich beruflich in Zukunft tun will. Da, wo ich war, gehörte ich nicht mehr hin. 

Was also tun? Die sichere unbefristete Stelle kündigen? Ohne zu wissen, womit ich danach meine Brötchen verdiene? Ich spürte, wenn ich in diesem Job bleibe, werde ich meinen Traum nicht finden. Kopf und Herz müssen frei sein, um herauszufinden, was ich wirklich will. Es folgten reichliche Überlegungen und schlaflose Nächte. Dann wagte ich nach über vierzehn Jahren den Sprung. (Ich bin Single und muss daher "nur" für mich selbst sorgen. Das heißt aber auch, ich muss meine laufenden Kosten wie zum Beispiel die Miete auch wirklich allein stemmen.)

 

Das erhoffte Gefühl der großen Freiheit blieb aus. Ebenso eine zügige Antwort auf die Frage nach meinem Traum. Aber das kleine Gefühl, dass die Kündigung richtig war, hielt an. Die Frage "Welche Tätigkeit passt zu mir, macht mir Freude und übe ich mit Leichtigkeit aus?" wurde zu meiner neuen Hauptbeschäftigung.

Manchmal war es ganz schön schwierig, so gar nicht zu wissen, was ich will. Mich selbst schmerzte es regelrecht und weckte immer wieder Existenzängste. Vor anderen Leuten war es mir schlichtweg peinlich - in meinem Alter. Schließlich begann ich, einfach überall nach der Antwort zu suchen: in Büchern, in Gesprächen, in der Natur, in einem Coaching und in mir selbst. Ich fing ganz vorne an und fragte mich zuerst einmal: 

 

Wie fühlt es sich an, wenn ich etwas wirklich will?

 

Auch wenn ich bezüglich meiner "großen" Frage nach meinem Traum nicht wusste, was ich will, war es mir bei kleineren Dingen sehr wohl klar. Also packte ich das nächste solche "kleinere Ding" und spürte hin, wie es ist, wenn ich etwas wirklich will.

Das "kleine Ding" war die Spirkelbacher Höllenbergtour im Pfälzer Wald. Diese Wanderung gilt als mittelschwer, für mich als Untrainierte nach jahrelanger Pause und mit einem gewissen Handicap eher schwer. Aber ich wollte diese acht Kilometer unbedingt schaffen. Ich wollte es! Also würde es gehen.

Am Morgen vor dem Start ging ich kurz in mich: wie fühlt es sich genau an, das so sehr zu wollen?

  • Es ist stärker als alle Angst und Zweifel. 
  • Es gibt kein "Warum" mehr.
  • Ich fühle Freude.
  • Ich bin bereit, ein bisschen über meine Grenzen zu gehen und meinen Radius zu erweitern.
  • Ich habe Mut und bin zuversichtlich, es wird einen Weg geben, den ich gehen kann, gegebenenfalls einen Umweg.
  • Es gibt kein Zögern mehr, es ist reif!
Mit den gefühlten Häkchen an all diesen Punkten wurde die Wanderung wunderbar. Der Weg verlangte meinem Körper viel ab, ebenso meiner Bereitschaft, mich auf Unvorhergesehenes einzulassen und absolut im Hier und Jetzt zu sein. Doch ich wurde auch beschenkt mit Wald und Gegend pur, mit der treuen Begleitung eines gelben Schmetterlings und vor allem damit, ein Stück über mich hinausgewachsen zu sein. Die Kraft, die mir das ermöglichte, war mein Wollen, das ich sehr bewusst wahrnahm. Nebenbei war die Wanderung für meinen weiteren Weg zu meinem Lebenstraum ein tolles Mentaltraining.
(Wenn du die Tour auch gerne einmal gehen möchtest, findest du bei Outdooractive eine hervorragende Beschreibung.)  
Bin ich mir nun nicht sicher, ob ich etwas wirklich will, nutze ich die oben genannten Punkte als Checkliste. Das Bauchgefühl gibt da sehr klar Auskunft. Und die große Reise zur Traumfindung geht weiter.

 

Kennst du das, nicht zu wissen, was du willst?

Was sind deine ersten Schritte, es herauszufinden? 

Und wenn du etwas wirklich willst, woran erkennst du das?

Lass es die Lebensträumerinnen über deinen Kommentar hier wissen.

https://www.lebenstraeumerin.de/2017/11/18/den-traum-finden/ cx< jnk jvnblgdfsdsds


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Kommentare: 4
  • #1

    Nicole (Donnerstag, 15 Februar 2018 19:36)

    Meine liebe Barbara,
    Wirklich wieder so schön geschrieben und auf den Punkt gebracht - deine Checkliste etwas so sehr zu wollen gehe ich auch immer durch, wenn auch unbewusst. Du hast eine Gabe und zwar das Gefühlte in einer Perfektion und Lebendigkeit in Worte zu fassen - einfach beeindruckend :-) freue mich auf den nächsten MondzeitImpuls.
    Viel Freude und neue Träume in der Wüste!
    Liebe Grüße vom Osten Afrikas,
    Nicole

  • #2

    Die Lebensträumerin (Donnerstag, 15 Februar 2018 19:44)

    Liebe Nicole,
    ich danke Dir für Deine lieben Worte und Wünsche. Es macht mir sehr viel Freude, so zu schreiben. Und es ist umso schöner mitzubekommen, wenn meine Worte andere berühren können.
    Der MondzeitImpuls für März ist schon da. Klick mal im Menü auf "MondzeitImpulse".
    Sei herzlichst gegrüßt - fast schon von Wüste zu Wüste,
    Barbara

  • #3

    Birte (Freitag, 16 Februar 2018 09:58)

    Liebe Barbara,
    wunderbare Zeilen, danke!
    Das Gefühl nicht zu wissen was ich möchte kenne ich gut.
    Zunächst gibt es das Gefühl, etwas verändern zu wollen, oder zu wissen, es ist Zeit für eine Veränderung. Aber, Veränderungen bringen natürlich auch eine gewisse Unruhe mit. Will ich das wirklich? Raus aus meiner Komfortzone, hinein in etwas, was ich nicht kenne, was ich nicht abschätzen kann. Angst vor der Unberechenbarkeit der Dinge, des Lebens?
    Ein wirklicher Wunsch lässt sich nicht weg drängen, vielleicht nur kurz. Meiner kam wieder, immer wieder. Und ich merkte, wie die Argumente, die das kritisch diskutierten, langsam ausgingen.
    Es entwickelte sich ein immer deutlicher werdendes und klares JA zu diesem Wunsch in meinem Herzen. Verbunden damit, zu sehen und zu verstehen wie die einzelnen Schritte sein könnten und was nötig ist und was nicht.
    Nun werde ich mich aus meinem gut eingerichteten Leben herauswagen. Es wird anders werden, so ganz anders.
    Und weißt du was, ich freue mich darauf, trotz all dem Unvorhersehbaren.
    Ich wünsche dir eine wunscherfüllende Reise!
    Birte

  • #4

    Die Lebensträumerin (Freitag, 16 Februar 2018 18:54)

    Liebe Birte,
    hab Dank für das Teilen Deiner Gedanken und die lieben Wünsche.
    Dieses Gefühl, dass der Wandel zur inneren Notwendigkeit wird, ist mir auch sehr vertraut.
    Ich wünsche Dir viel Kraft, Freude und weiterhin Mut, dem Ruf Deiner Seele zu folgen. Da im Ungewissen schlummern auch die Paradiese.
    Herzlichst, Barbara